Formel-1-Technik: Die Updates am Red Bull RB13 in Silverstone
Mit welchen aerodynamischen Neuerungen Red Bull Racing den Rückstand auf die Formel-1-Topteams Ferrari und Mercedes weiter verkürzen will, erklären Matt Somerfield und Giorgio Piola.
Formel-1-Technik mit Giorgio Piola
Giorgio Piola analysiert und erklärt die Technik in der Formel 1!
Für Red Bull Racing war die Formel-1-Saison 2017 bislang eine mit 2 Hälften. Bei den ersten Rennen des Jahres war klar ersichtlich, dass der RB13 nicht auf dem Stand ist, den sich das Team erhofft hatte.
Wie schon seit dem RB5 aus der Saison 2009 und dessen Nachfolgern, so ist auch der RB13 wieder eine Evolution des Vorjahresautos, wobei es von Jahr zu Jahr elegante Neuerungen gibt. Der Rückstand auf Ferrari und Mercedes ist aber nach wie vor vorhanden und in der Frühphase der Saison ließ Red Bull einmal mehr keine Gelegenheit aus, die Schuld dafür dem Motorenpartner Renault in die Schuhe zu schieben.
Es war aber offensichtlich, dass auch das Chassis des Red Bull RB13 nicht auf dem Stand der Konkurrenz von Ferrari und Mercedes war. So wurde Adrian Newey, der in die Frühphase der Konzeption des Autos eingebunden war, als Retter in der Not zurückgeholt.
Neweys akribische Liebe zum Detail – nicht zuletzt einer der Gründe, weshalb Red Bull Racing die Formel 1 für 4 Jahre (2010 bis 2013) dominierte – sollte einmal mehr den Ausschlag geben. Der Stardesigner schaute sich das neue Reglement ganz genau an. Er saugte das auf, was er bei der Konkurrenz sah und er zog in Betracht, was Red Bull bereits als Basis vorliegen hatte. Mit diesem Ansatz wurde der RB13 bei den zurückliegenden Rennen Schritt für Schritt mit Updates versehen.
Für Silverstone, die erste richtig schnelle Strecke im Kalender, wurde der Frontflügel überarbeitet. Die größte Änderung: 2 zusätzliche Schlitze im äußeren hinteren Bereich (gelb eingefärbt). Damit wird der vom Flügel generierte Abtrieb neu verteilt.
Die Hauptkaskade des Frontflügels wurde ebenfalls neu gestaltet, wobei die vorher stark gebogene innere Abgrenzung nun gerader und somit konventioneller daherkommt (grüner Pfeil im Kreis).
Darüber hinaus geht Red Bull am Frontflügel weiter seinen eigenen Weg, indem die Grundplatte an der äußeren Endplatte weiter angehoben wurde (roter Pfeil). Der in Kanada eingeführte Schlitz (gelb eingefärbt) ist damit wieder verschwunden.
Auch an den Winglets unterhalb des Chassis wurde Hand angelegt. Nachdem es das bislang letzte Update in diesem Bereich beim Grand Prix von China gegeben hatte, wurde es nun wieder rückgängig gemacht. Der in Shanghai eingeführte Einschnitt im vorderen Element ist wieder verschwunden. Dafür wurde eine nach hinten über alle 3 Elemente laufende Abrisskante (grün eingefärbt) angebracht.
Auch die Windabweiser erfuhren bei den zurückliegenden Rennen mehrere Änderungen. Das in Barcelona eingeführte Konzept wurde in Baku erstmals überarbeitet, indem die Konstruktion höher gestaltet und mit einem dreieckigen Winglet versehen wurde.
In Spielberg wurde zwischen dem 2. und 3. Element der Windabweiser eine Stütze angebracht, um für erhöhte Stabilität zu sorgen. Zudem wurde die Grundplatte vergrößert. Damit bleibt Red Bull mehr seiner Philosophie treu, indem man das Konzept grundsätzlich für richtig hält, es aber schrittweise weiter verfeinert.
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